Inklusion an der Hauptschule Vorsfelde

An der Hauptschule Vorsfelde bedeutet Inklusion die strukturierte Zusammenarbeit von Fach- und Förderlehrern,

um Ziele und Kriterien zu definieren, Förderkonzepte zu erstellen und gesetzte Ziele im Bereich der inklusiven Beschulung aller SchülerInnen zu erreichen.

 

Vorwort

Der Aufbau eines inklusiven Bildungssystems ist ein wesentlicher Bestandteil der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zur Förderung der Chancengleichheit für Menschen mit Beeinträchtigungen. Nach ihr haben Kinder mit einem Unterstützungsbedarf einen Rechtsanspruch darauf, gemeinsam mit Kindern ohne Unterstützungsbedarf wohnortnah unterrichtet zu werden.

Wir, das Kollegium der Hauptschule Vorsfelde, begrüßen die Umsetzung dieses Menschenrechts auf gemeinsame Beschulung aller Kinder in Niedersachsen.

Das Leitbild der Hauptschule Vorsfelde macht deutlich: An unserer Schule beruht der Umgang miteinander auf Respekt, Weltoffenheit und Toleranz. Wir wenden uns gegen jegliche Art von Diskriminierung oder gesellschaftlicher Ausgrenzung. Deshalb ist Inklusion ein Weg für uns, diesen Anspruch in unserer täglichen Arbeit umzusetzen. Inklusion basiert auf der gleichen Wertschätzung aller Schülerinnen und Schüler mit all ihren individuellen Unterschieden und fördert die Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler am schulischen Leben.

Wir möchten mit unserer Arbeit die Grundlagen für unsere Schulentwicklung legen, die für einen inklusiven Unterricht notwendig sind.

Vielfalt sehen wir nicht als Problem an, sondern als Chance!

Die hier vorgestellten Ziele werden wir anstreben. Wir behalten uns jedoch vor, sie – wenn nötig – aus den Entwicklungsprozessen heraus anzupassen.

 

Die Gesamtkonferenz der Hauptschule Vorsfelde hat dieses Konzept am 02.11.2017 genehmigt.

Zielsetzung

„Manchmal bedarf es nicht vieler Worte, um das Wichtigste zu sagen. Das betrifft auch das Leitbild unserer Schule, bei dem es um unsere Ziele und unser gemeinsames Miteinander geht.“

Lernsituation in den inklusiven Klassen der Hauptschule Vorsfelde

Im Rahmen der Integration wurde zunächst im Schuljahr 2012/2013 eine Integrationsklasse eingerichtet und integrativ unterrichtet. Schülerinnen und Schüler mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in den Bereichen Lernen, Sprache, geistige Entwicklung, sozial-emotionale Entwicklung, körperlich-motorische Entwicklung, Sehen und Hören werden seit dem Schuljahr 2013/2014 an der Hauptschule Vorsfelde inklusiv beschult.

Besonderheiten der Klassenbildung

Pro Jahrgang gibt es eine Inklusionsklasse, in der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf gemeinsam mit Regelschülerinnen und –schülern unterrichtet werden. Durch die Zusammenlegung in einer Inklusionsklasse soll eine weitestgehende Doppelsteckung mit den Förderschullehrkräften in den Hauptfächern gewährleistet werden, damit alle Schülerinnen und Schüler individuell gefördert und gefordert werden können.

Sonderpädagogische Förderung, Unterstützung und Beratung

Im Rahmen der Inklusion ist gemeinsames individuelles Lernen aller Schülerinnen und Schüler gefordert. Dies beinhaltet Entwicklungs- und Arbeitspläne für alle auf der Grundlage eines gemeinsamen Kerncurriculums, kompetenzorientierten Unterrichts und kooperativer Förderplanung. Der gemeinsame Unterricht ist die Aufgabe aller beteiligten Pädagogen. Förderschullehrkräfte unterstützen und beraten Klassen- und Fachlehrkräfte im Unterricht, bei der Diagnose und Förderplanung, beim Verfahren zur Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung, der Prävention, der Beratung von Eltern/SchülerInnen und bei der Leistungsbewertung durch:

  • unterrichtsbegleitende Maßnahmen im Klassenverband,
  • sonderpädagogische Förderung zu Basisqualifikationen,
    • B. Lese- und Rechtschreibförderung, Mathematikförderung, Wahrnehmungs- und Konzentrationsförderung
  • Erstellen/ Bearbeiten/ Bereitstellen differenzierter Unterrichtsmaterialien und Lernkontrollen,
  • sonderpädagogische Diagnostik/ Lernstandserhebungen/ regelmäßige Überprüfung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs,
  • Prozessbegleitung bei der kooperativen Förderplanung/ Fortschreibung und Evaluation sowie der Dokumentation der individuellen Lernentwicklung,
  • Mitarbeit bei der Zeugniserstellung/ Lernentwicklungsberichte/ Entwicklung und Planung von Unterrichtsinhalten sowie Kriterien der Leistungsfeststellung und –bewertung,
  • Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Beratungsgesprächen mit Kollegen zu inklusiven/ sonderpädagogischen Themen
  • Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Beratungsgesprächen mit Erziehungsberechtigten (gemeinsam mit der Klassenlehrkraft) hinsichtlich der Festlegung von Förderzielen, der Lern- und Verhaltensentwicklung, Möglichkeiten der Förderung, außerschulische Hilfemöglichkeiten usw.,
  • Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Beratungsgesprächen mit SchülerInnen (gemeinsam mit der Klassenlehrkraft),
  • Verfassen von Schulberichten (gemeinsam mit der Klassenlehrkraft) z.B. bei Anträgen für eine Schulbegleitung,
  • Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Vermittlung von außerschulischen Unterstützungsangeboten sowie
  • Mitgestaltung des Schullebens, Teilnahme an Konferenzen/ Dienstbesprechungen/ Fortbildungen, Ausgestaltung eines inklusiven Bewusstseins.

Umsetzung der sonderpädagogischen Förderung an der Hauptschule Vorsfelde

Im Rahmen der Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit festgestelltem Unterstützungsbedarf sind an der Hauptschule Vorsfelde momentan vier Förderschullehrkräfte der Förderschule Friedrich-von-Schiller und eine Förderlehrkraft der Förderschule Peter-Pan tätig. Die sonderpädagogische Förderung und Unterstützung wird aktuell umgesetzt durch:

  • Förderung im Klassenverband,
  • Einzelförderung,
  • Begleitung durch Unterstützungspersonal sowie
  • innere und äußere Differenzierung.

Leistungsbeurteilung/ Leistungsmessung

Die Leistungsbeurteilung orientiert sich an der individuellen Lernsituation. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen und Geistige Entwicklung werden zieldifferent beschult. Daher berücksichtigt die Leistungsmessung die Lern- und Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Sie orientiert sich dabei an den Anforderungen der zu erreichenden Abschlüsse (Förderschulabschluss, Hauptschulabschluss). Der sonderpädagogische Unterstützungsbedarf und die damit verbundene zieldifferente Beschulung werden durch eine Bemerkung auf dem Zeugnis dokumentiert.

 

Teamstrukturen an der Hauptschule Vorsfelde

Bei der Umsetzung unseres Inklusionskonzeptes kommt es vor allem auf die erfolgreiche Teambildung an. Es sind fünf wichtige Teamstrukturen in Bezug auf die Inklusion an der Hauptschule Vorsfelde zu nennen.

 

Teamstruktur I: Klassenlehrkraft und Förderschullehrkraft

In Inklusionsklassen an der Hauptschule Vorsfelde bilden eine Regelschullehrkraft und eine Förderschullehrkraft ein Team. Sie führen eine Klasse gemeinsam (und erfüllen beide die Rolle der Klassenleitung) und koordinieren nach gemeinsamer Absprache alle organisatorischen Fragen und Aufgaben einer Klassenleitung (Elternabende, Elterngespräche usw.). Die Verantwortungsbereiche werden in den Teams besprochen und festgelegt.

Teamstruktur II: Fachlehrkräfte der Klasse und Förderschullehrkraft

Fach- und Förderschullehrkräfte arbeiten als Team im Rahmen von Teamteaching zusammen. Die beratende Tätigkeit der Förderschullehrkräfte, die Unterstützung mit Unterrichtsmaterialien und die gemeinsame Planung sind die Schwerpunkte in dieser Teamstruktur.

Bei der Doppelbesetzung gibt es folgende Möglichkeiten der gemeinsamen Arbeit in der Klasse:

  • Halbieren der Klasse mit gleichen oder differenzierten unterrichtlichen Schwerpunkten,
  • Förderung der leistungsschwächeren und leistungsstärkeren SchülerInnen in einer Kleingruppe bzw. einzeln,
  • gemeinsamer Unterricht im Team.

Teamstruktur III: Die Förderschullehrkräfte der Schule

Zurzeit sind fünf Förderschullehrkräfte an der Hauptschule Vorsfelde tätig. Das Thema Beratung spielt für das Förderteam an unserer Schule eine zentrale Rolle. Die Beratung bezieht sich auf die aktuellen und präventiven Problemstellungen im Schulalltag der Förderung in den Bereichen Lernen, Sprache, Geistige Entwicklung sowie sozial-emotionale Entwicklung.

Teamstruktur IV: Die Schulleitung

Es findet ein aktiver Austausch zwischen den Förderschullehrkräften, den Klassenlehrkräften und der Schulleitung statt. Die aktuellen Fragen der Umsetzung der Inklusion an der Hauptschule Vorsfelde werden besprochen und im Rahmen der Fachkonferenz Inklusion evaluiert.

 

Teamstruktur V: Das gesamte Kollegium

Inklusive Schule ist ein Thema der gesamten Schule, des gesamten Kollegiums. Die Umsetzung der Inklusion erfordert gemeinsame Absprachen und die Entwicklung von Differenzierungskonzepten im Kollegium. Deswegen ist Inklusion ein ständig wiederkehrendes Thema bei Dienstbesprechungen und Konferenzen.

Besondere pädagogische und therapeutische Angebote

  • Sozialarbeiter in der Schule
  • Hausaufgabenhilfe
  • spezielle Förderung in Prüfungsfächern
  • Berufsberatung

Vernetzung mit schulischen und außerschulischen Partnern

  • Einbeziehung der Erziehungsberechtigten
  • Zusammenarbeit mit den Sozialarbeitern in der Schule
  • Zusammenarbeit mit den Förderschulen
  • Zusammenarbeit mit dem Lotte-Lemke-Team
  • Zusammenarbeit mit außerschulischen Lernorten
  • Zusammenarbeit im Bereich der Berufsorientierung